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Historische Angaben
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Das archäologische Stadtmuseum
von Pithecusae - gelegen in der Villa Arbusto (18. Jht.) - wurde
im April 1999 dem Publikum eröffnet. Es besteht aus acht Sälen,
in denen über dreitausend Funde mit Sorgfalt und raffinierter
Technik ausgestellt sind. Das stellt nur ein Teil jeniger dar,
die der berühmte Forscher Giorgio Buchner wieder ans Licht
gebracht hat. Seine Forschungen
haben es erlaubt, Pithecusae als die älteste griechische
Siedlung in Süditalien zu identifizieren. |
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Die Funde bezeugen
die Geschichte der Insel von der Prähistorie bis zur römischen
Zeit. Zahlreich und sehr wichtig sind die jenigen, die aus der
Nekropole von San Montano stammen. Bedeudend sind die
Grabausstattungen, vor allem Keramikvasen, die von der
morphologischen Entwicklung und der Evolution der geometrischen
Verzierungen zeugen. Das zweckmässig aussortierte Material zeugt
auch vom sehr breiten Netz der Handelsbeziehungen der Pithekuser
mit dem nahen Osten, Karthago, Griechenland, Spanien,
Südetrurien, Kalabrien und Sardinien. Zahlreiche ägyptische
Skarabäen, Amulette aus harten Steinen mit Gravierungen, sowie
Silberschmuck wie Fibeln, Ohrgehänge und Diademe aus der
örtlichen Goldschmiedeproduktion.
Von der Nekropole von San Montano stammen
auch die berühmtesten Pithekuser Vasen, vom mit einer
Schiffbruchszene dekorierten Krater bis zur Tasse von Rhodos,
genannt Nestors Becher. Dieser letzte wurde mit Geduld und
Ausdauer von Buchner wieder zusammengesetzt und ist in zwei
übereinandergestellten Zonen dekoriert: Auf dem unteren Teil ist
mit linksläufiger Schrift eine Inschrift eingraviert.
Das Museum besteht, wie schon gesagt, aus acht Sälen. |
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Der erste Saal
sammelt Zeugnisse der vorgeschichtlichen
Zeit - Oberes Mittelneolithikum, Bronze - und Eisenzeit.
Zeugnisse dieser Perioden sind die vielen Funde, unter denen die
Obsidianklingen, stammend aus Palmarola (Pontinischer Archipel),
Mittelneolithikum (Schaukasten 1); Bruchstücke von Mischschalen,
stammend aus der Ortschaft Cilento (Ischia), Mittelneolithikum
(Schaukasten 2); Bruchstücke von mykenischer Keramik, stammend
aus der Ortschaft Castiglione |
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(Casamicciola),
Bronzezeit (Schaukasten 3), Bruchstück einer großen Ampulle mit
Inschriften, stammend aus der Ortschaft Castiglione, Bronzezeit
(Schaukasten 4); dekorierte Schale mit Inschrift und Tonhenkel,
stammend vom Monte Vico (Lacco Ameno), Bronzezeit (Schaukasten
5); tönernes Idol, stammend aus Castiglione, Eisenzeit
(Schaukasten 6), bikonische Vase, stammend aus der Ortschaft
Castiglione, Eisenzeit (Schaukasten 7), kleine Tasse, verkleidet
mit Kragsteinen und Gravierungen in Zickzackmuster, stammend aus
der Ortschaft Castiglione, Eisenzeit (Schaukasten 8). |
Der zweite,
dritte und vierte Saal zeugen von der griechischen Kolonie
Pithecusae (zweite Hälfte des 8. bis zum 7. Jht. v. C.). Unter
den Zeugnissen dieser Periode werden zitiert: die
skarabäusförmigen Siegeln der Gruppe des "Leierspielers",
stammend aus der Nekropole vom San Montano-Tal (Schaukasten 10),
Ausstattung des Grabes 325 des Späten Geometrischen II, stammend
aus der Nekropole vom San Montano-Tal (Schaukasten 11);
Aryballos in Form von weiblichem Kopf, stammend aus Nordsyrien
(Schaukasten 12); bruchstückhafte Kotyle, stammend aus der Insel
Euböa (Schaukasten 13); kleiner daunischer Krug mit gemalter
geometrischer Verzierung, aus Apulien (Schaukasten 14);
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kleine
Wandleuchter aus Bronze in Stier- und Entenform, kleiner
Bronzekrug mit männlichem Kopf, Bronze- und Bleigewichte,
stammend aus der Ortschaft Mazzola, Lacco Ameno (Schaukasten
15); Oinochoe mit gemalter Verzierung in altem frühcorinthischem
Stil, stammend aus der Nekropole vom San Montano-Tal
(Schaukasten 16); Bruchstücke von lokalen Kratern des Späten
Geometrischen, stammend vom Monte Vico (Schaukasten 17);
Bruchstück eines lokalen Kraters mit gemalter Verzierung in
spätgeometrischem Stil, stammend aus der Ortschaft Mazzola
(Schaukasten 18); Kotyle, importiert von Rhodos, bekannt als |
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"Nestors Becher",
stammend aus der Nekropole vom San Montano-Tal (Schaukasten 20);
Ausstattung des Grabes 208 des Späten Geometrischen, stammend
aus der Nekropole vom San Montano-Tal (Schaukasten 22);
Salbgefäß in Form von Eule aus Ostgriechenland (Schaukasten 29);
Ausstattung des Grabes 276 der alten corinthischen Zeit,
stammend aus der Nekropole vom San Montano-Tal (Schaukasten 30);
tönerne Gruppe mit Maultieren und Karren mit Spuren von
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gemalter
Verzierung, stammend aus der Ortschaft Pastola, Lacco Ameno
(Schaukasten 32); weinende Tonfiguren, stammend aus der
Ortschaft Pastola (Schaukasten 33).
Der fünfte und
der sechste Saal zeugen vom Leben in Pithecusae im 6., 5.
und
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4. Jht. v. C.
(Zeit der griechischen Kolonie). Unter den Zeugnissen von dieser
Zeit werden zitiert: attischer Krater mit roten Figuren,
stammend aus der Nekropole
von
San Montano-Tal
(Schaukasten 34); attischer Krater mit Säulchen und roten
Figuren, stammend aus der Nekropole vom San Montano-Tal
(Schaukasten 35); Seitensima, gemalt mit doppeltem Zopfmuster
und Dachtraufe in Widderkopfform, stammend vom Monte Vico
(Schaukasten 39); halbkreisförmiges Antefix mit hängender
Palmette und hoher Zierleiste an der Basis in Fischgrätenmuster,
stammend vom Monte Vico (Schaukasten 40); Antefix mit
Gorgonekopf, stammend vom Monte Vico (Schaukasten 41). |
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Der siebte Saal zeugt von Pithecusae in der hellenistischen
Zeit (Ende des 4. Jhts v. C. - 82 v. C.). Unter den Funden aus
dieser Zeit werden zitiert: Kopf eines weiblichen
Terrakottastatuette, stammend vom Monte Vico (Schaukasten 44);
Guttusplatte, schwarz lackiert, mit männlichem Kopf, stammend
vom Monte Vico (Schaukasten 49).
Der achte Saal
zeugt von Pithecusae in der römischen Zeit, als die Insel von
zahlreichen vulkanischen Ausbrüchen, Erdbeben und Erdrutschen
gequält wurde. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche römische
Gräber mit sehr ärmlicher Ausstattung. |
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